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Der Schweizer Pumpenhersteller Biral aus Münsingen bei Bern feiert heuer sein 100-Jahr-Jubiläum. Was mit einer mechanischen Werkstätte, einem Chef, zwei Angestellten und zwei Lehrlingen begonnen hatte, hat sich bis heute zum führenden Schweizer Pumpenhersteller entwickelt. Mit einer grossen Feier im BallyHouse in Schönenwerd SO Ende August hat das Unternehmen seine grosse Geschichte würdevoll in Erinnerung gerufen.

Roger Weber, Geschäftsleiter der Biral-Gruppe, durfte zahlreiche Gäste zum festlichen Anlass – 100 Jahre Biral – im BallyHouse in Schönenwerd SO begrüssen. «Ohne euch, liebe Freunde, Kunden, Geschäftspartner und Zugewandte, wäre so eine schöne Feier natürlich nicht möglich, und es freut mich riesig, dass so viele gekommen sind», sagte Roger Weber. «Unser Unternehmen hat viele Entwicklungsstufen durchgemacht und zahlreiche Innovationen gefeiert. Die vielen Meilensteine unserer Firmengeschichte wollen wir mit Ihnen feiern. Vor allem aber wollen wir dankbar auf die Gegenwart und eine erfolgreiche Zukunft anstossen. Für mich ist es ein grosses Privileg, solch einer tollen Firma mit ihren Mitarbeitern vorstehen zu dürfen.»

Am grossen Event von Biral wurde die Geschichte des Unternehmens denn auch würdevoll zelebriert: Im Jahre 1919, kurz nach dem Ersten Weltkrieg, der die Schweiz tiefgreifend prägte, hatte Friedrich Bieri in Münsingen eine mechanische Werkstätte für «Reparaturen aller Art» gegründet. Schon bald wurden am Dorfmattweg in Münsingen nicht nur Reparaturen ausgeführt, sondern auch Horizontal-sägen und Ölfeuerungen konstruiert und gebaut. 1923 montierte Friedrich Bieri mit seinen Mitarbeitern Kältemaschinen von Escher Wyss, und im gleichen Jahr wurden erste Pumpenanlagen gebaut – der Grundstein für das spätere Kerngeschäft war gelegt.

Harte Zeit in der Weltwirtschaftskrise

Knapp zehn Jahre später litt auch das Kleinunternehmen von Friedrich Bieri unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise und musste die Arbeiter teilweise in der Landwirtschaft einsetzen. Trotz des Krieges konnte sich die Firma aber behaupten. Drei Jahre nach dem Krieg gründeten Friedrich Bieri und seine beiden Söhne Franz und Werner eine Kommanditgesellschaft. Der Betrieb beschäftigte nun 15 Angestellte, der Pumpenbau machte bereits 90 Prozent des gesamten Umsatzes aus.

Am 1. Januar 1953 übernahmen die beiden Söhne Franz und Werner Bieri das Unternehmen. Die Firma hiess fortan Friedrich Bieri’s Söhne und setzte weiterhin auf Innovationen im Pumpenbau. Mit der Herstellung von stopfbüchsenlosen Umwälzpumpen gelang ihnen 1956 ein erster Grosserfolg: über 1000 Stück pro Jahr konnten in Münsingen produziert und abgesetzt werden. Drei Jahre später stieg der Verkauf von Umwälzpumpen sprunghaft an, und ebenso stark wuchs das Unternehmen.

Bieri Pumpenbau AG ab 1966

1966 trat mit Ulrich Bieri ein erster Vertreter der dritten Generation in das Unternehmen ein, eine weitere Umfirmierung stand an: Aus der Kollektivgesellschaft Friedrich Bieri’s Söhne wurde die Bieri Pumpenbau AG. Inzwischen wurden in den Münsinger Hallen Spezialpumpen für sämtliche Fördergüter hergestellt, die Firma war auf 170 Mitarbeiter angewachsen.

Neues Firmengebäude in Münsingen

In den 1970er-Jahren setzte die Bieri Pumpenbau AG ihren Höhenflug fort. 1971 bezog das wachsende Unternehmen an der Südstrasse 10 in Münsingen zum zweiten Mal ein grösseres Gebäude, 1972 wurden die ersten EDV-Anlagen in Betrieb genommen, und mit fast 36 Millionen Franken wurde ein Umsatzrekord erzielt.

Nachdem 1973 mit Peter Bieri ein zweiter Vertreter der dritten Generation ins Unternehmen eingestiegen war, vollzog die Firma 1979 den Generationenwechsel ganz: Ulrich, Peter und Hansruedi Bieri übernahmen die Geschäftsleitung. Gleichzeitig gründeten sie eine Tochtergesellschaft in Deutschland und eröffneten ein Jahr später ein Verkaufsbüro in Zürich.

Zu der 1982 in Österreich gegründeten Tochtergesellschaft kamen 1988 eine in den Niederlanden und eine in den USA hinzu. Beflügelt vom andauernden Erfolg, setzten die Münsinger Unternehmer ihren Expansionskurs 1989 – im Jahr des 70-Jahr-Jubiläums – fort. Sie übernahmen die Firma Habil in Deutschland und gründeten eine vierte Tochtergesellschaft in Grossbritannien.

Kampf in den Absatzmärkten

Ab 1992 kämpfte die Bieri Pumpenbau AG dann aber gegen Schwierigkeiten in den Absatzmärkten. Nach der Rezession in den 1970er-Jahren musste zum zweiten Mal in der Firmengeschichte Kurzarbeit eingeführt werden, auch reduzierte die Firma den Personalbestand. Im März 1993 wurde die Bieri Pumpenbau AG mit 375 Mitarbeitern an das dänische Unternehmen Grundfos verkauft.

Nach einer Straffung der Sortimentsstruktur und einer Restrukturierung zu einer prozessorientierten Organisation startete das zur Biral AG umfirmierte Unternehmen 1998 mit 150 Mitarbeitern in das jüngste Kapitel der Unternehmensgeschichte.

Erfinder der modernen Heizungsumwälzpumpe

2000 lancierten die innovativen Pumpenbauer die Energiesparpumpe MC 10. Sie dürfen sich seither darüber freuen, Erfinder der modernen Heizungsumwälzpumpe zu sein. Die MC 10 wurde 2001 mit dem Prix Eta 2000 und mit dem Wuppertaler Energie- und Umweltpreis ausgezeichnet, dank dieser neuen Pumpe liessen sich bis zu 80% Energie einsparen, wie der frühere Geschäftsführer Robert Knobel am Event stolz betonte: «Dem Ziel, mittels innovativer Technik Energie möglichst sparsam und effizient einzusetzen, blieben wir bei Biral fortan verpflichtet.»

2011 wurden beide Gebäude in Münsingen saniert, wodurch sich der Heizölverbrauch um 75% reduzieren liess. «Ausdruck von Birals Innovationskraft waren in den letzten Jahren nicht nur neu lancierte Produkte, sondern auch das – ebenfalls preisgekrönte – Engagement in Total Quality Management (TQM) und der 2012 eröffnete Biral Campus», sagte Roger Weber. Im eigenen Schulungs- und Kompetenzzentrum veranstaltet Biral Weiterbildungsveranstaltungen, die für die gesamte Branche von Interesse sind und, beispielsweise im Rahmen der Reihe «Biral Experience Days», grosse Beachtung und Zuspruch erhalten. Seit 2017 betreibt Biral auch in Würselen D einen Biral Campus; dort wurden vor einem Jahr die Tochtergesellschaften Holland und Deutschland stationiert.

«Aus der mechanischen Werkstätte von Friedrich Bieri, die in Münsingen vor 100 Jahren ihre Tore öffnete, ist die Biral Gruppe entstanden – der älteste und immer noch innovationsgetriebene Hersteller von hochenergieeffizienten Umwälzpumpen», so Weber. «Biral zählt heute 180 Mitarbeiter. Sie alle sind stolz einem grossen Ziel verpflichtet: die besten Pumpen zu bauen, die es gibt. Und ihre nationale und internationale Kundschaft mit Kompetenz und Leidenschaft zu beraten und zu begleiten. Biral verfügt heute nicht nur über erstklassige und wegweisende Produkte, sondern ebenso über ein hervorragendes Dienstleistungs- und Supportangebot», freute sich CEO Roger Weber. Mit ihm freuen würde sich auch Friedrich Bieri.

Stimmungsvolles Fest im passenden Ambiente

Das BallyHouse in Schönenwerd, das auch in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiern kann, bot das passende Ambiente für ein rauschendes Fest mit Überraschungen und bester Unterhaltung. An der Feier gab Bieri-Enkelin Ursula Zehnder Horvath interessante Einblicke in die Geschichte der Firmengründerfamilie. Die Festgemeinde blieb noch bis in den späten Abend dabei und liess sich vom Zauber des Ortes und den anspruchsvollen Darbietungen verführen.

Weitere Informationen:
biral.ch