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Unabhängige Fachzeitschrift für die Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Energiebranche

Walter Meier hat an seinen Blue Expert Apéros in diesem Jahr erneut neue Gesichtspunkte in der Hausklimatechnik in den Mittelpunkt gestellt. Ausgewiesene Experten und Kenner der Branche informierten über interessante Fachthemen und aktuelle Trends in der Haustechnik.

Walter Meier hat seine Blue Expert Apéros in diesem Jahr an sechs Standorten in der Deutschschweiz durchgeführt. Peter Lustenberger, Verkaufsleiter Deutschschweiz und Mitglieder der Geschäftsleitung, zeigte sich erfreut über das rege Interesse an der Veranstaltungsreihe. Er informierte auch über die neusten Entwicklungen zum Zusammenschluss von Walter Meier und Tobler Haustechnik (vgl. Kasten). «Ab 1. Januar 2018 werden wir als ein Unternehmen am Markt auftreten», so Lustenberger am Event in St. Gallen.

Wärmepumpen-Anwendungen heute
Claudia Hauri, Hochschule Luzern, referierte zum Thema «Wärmepumpenanwendungen im Wandel». Bei Neubauten sinken der Leistungsbedarf und die Vorlauftemperaturen. Bestehende Gebäude sollen aber nicht mehr fossil beheizt werden, und Elektroboiler werden eliminiert. Umgekehrt geht beim Warmwasser der Trend hin zu höheren Temperaturen respektive zur dezentralen Wassererwärmung. Die klassische Erdwärmesonde gerät in dicht besiedelten Gebieten unter Druck. Geologen warnen auch vor zu viel Erdwärmenutzung, da der Wärmehaushalt der Erde durcheinandergebracht werden könnte. Dafür stehen Energienetze hoch im Kurs. Hauri legte dar, welchen Einfluss diese Entwicklungen auf das Potential von Wärmepumpen haben.

Neue Förderprogramme für Wärmeverbünde und Gebäudetechnik
Michèle Vogelsanger, Infrawatt, stellte die neuen Förderprogramme für Wärmeverbünde und Gebäudetechnik vor. Infrawatt ist ein Verein für die Energienutzung aus Abwasser, Abfall, Abwärme und Trinkwasser. Mit Wärmeverbünden können ganze Quartiere mit Abwärme, Wärmepumpen oder Holz CO2-neutral mit Wärme und Kälte versorgt werden. In den Gebäuden selbst lässt sich zudem mit intelligenter Gebäudetechnik viel Strom einsparen. Beide Bereiche können dank neuer Förderprogramme finanziell unterstützt werden. Vogelsanger gab einen Überblick über die interessanten Fördermöglichkeiten.

Neue Warmwasser-Normen
Jürg Nipkow, Präsident Kommission SIA 385, sprach zu den neuen Warmwasser-Normen SIA 385/1 und 385/2 sowie zur Legionellenprävention. «Die Alte SIA-Norm 385/3:1991 war nicht mehr tauglich», so Nipkow. Es gab zu lange Wartezeiten auf Warmwasser (Klagen, Gerichtsfälle), neue Erkenntnisse in der Hygiene (Legionellen-Prävention), ausserdem hat der Warmwasserbedarf ein grösseres Gewicht in der Gebäudeenergiebilanz erhalten.
Mit den neuen SIA-Normen wird der Warmwasser-Bereich präzise und gemäss dem Stand der Technik behandelt werden. Aufgrund neuer Erkenntnisse zur Legionellenprävention ist Teil 1 (2011) zurzeit in Revision. Im Zwiespalt zwischen der Vermeidung der Legionellenvermehrung (hohe Temperaturen) und der Energieeffizienz (tiefe Temperaturen) gilt es, optimale Lösungen zu finden. Frischwasserstationen sind ein interessanter Ansatz, sollten aber immer sorgfältig geplant werden.
Daniel Keller, Walter Meier, führte in die Absorptionstechnologie ein und zeigte interessante Einblicke in die Geschichte der Absorptionskältemaschine.

3D-Druck und seine Anwendungen
David Hammen, Application Specialist für 3D, Canon Schweiz AG, gab mit «Aufbruch in die 3. Dimension» einen Überblick über den aktuellen Stand sowie die zukünftige Entwicklung des Themas 3D-Druck und zeigte tolle Anwendungsbeispiele. Der 3D-Druck wurde 1983 vom US-Amerikaner Chuck Hull erfunden. Hull hat seine 3D-Druck-Technologie als Stereolithografie bezeichnet und im Jahre 1986 die erste Patentanmeldung publiziert.
«Schon in den 1980er-Jahren wurde das ‹Rapid Prototyping› als additives Fertigungsverfahren dazu genutzt, Musterbauteile schnell und kostengünstig herzustellen», erklärte Hammen. Mittlerweile könnten hochkomplexe und sehr belastbare Produkte aus diversen Materialien wie Kunststoff, Keramik und Metall in Serienfertigung hergestellt werden. Nicht nur in der Industrie, sondern auch in weiteren Wirtschaftszweigen werde dieses Fertigungsverfahren zu Veränderungen in Prozess- und Produktionsabläufen führen. So sind in der Fertigung Geometrien realisierbar, die in einem herkömmlichen subtraktiven Verfahren nicht umgesetzt werden können, wie Hammen aufzeigte.

Weitere Informationen:
www.waltermeier.com