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Gut zu wissen
01.03.2019 - Ausgabe: 03-2019

The Politics of Design: Geberit Design Event im Vitra Museum

Fery Lipp


Victor Papanek war seit den 1960er-Jahren einer der wichtigsten Vordenker eines sozial und ökologisch orientierten Designansatzes. Geberit hat kürzlich im Rahmen der ersten grossen Retrospektive «Victor Papanek: The Politics of Design» ins Vitra Design Museum nach Weil am Rhein eingeladen. Dabei konnten die Gäste auch spannende Einblicke über das Werk Papaneks hinaus in aktuelle Trends und zukunftsweisende Designansätze werfen.

Design ist laut den Machern der Ausstellung weit mehr als Formgebung, es ist ein Werkzeug für politischen Wandel und muss unter gesellschaftlich-ethischen Gesichtspunkten angewendet werden. In der Veranstaltung zu «The Politics of Design» schlug Geberit den Bogen von den grossen aktuellen Megatrends in der Gesellschaft über Victor Papanek, dessen Thesen auch heutige Debatten über Social Design und Social Thinking aufgreifen, bis zu den Auswirkungen auf Architektur und Design.

Neuentdeckung eines Vordenkers

Zu sehen in der Ausstellung über Victor Papanek bis zum 10. März sind teilweise nie gezeigte Originalexponate – darunter Zeichnungen, Objekte und Filmdokumente –, die einen neuen Blick auf einen wichtigen Vordenker des sozialen und ökologischen Design­ansatzes, der an Bedeutung gewinnt, ermöglichen. Dazu gesellen sich Werke bekannter Weggefährten Papaneks wie Richard Buckminster Fuller oder Marshall McLuhan. Auch aktuelle Beiträge wie bei Tomas Saraceno, die Papaneks nachhaltigen Einfluss auf das heutige Design verdeutlichen, sind Teil des Ausstellungskonzepts.

Der Mensch im Zentrum

Victor Papaneks Ruf liegt im 1971 veröffentlichten Buch «Design for the Real World» begründet. Darin propagiert der gebürtige Wiener ein Designverständnis, das den Menschen und seine Bedürfnisse ins Zentrum stellt. Bei der Auswahl von Entwürfen ging es Papanek im Besonderen darum, ob Entwürfe neben der Erfüllung sozialer Anforderungen auch dem KISS-Prinzip («keep it simple and stupid») und der Leitlinie «Form follows User» (die Form richtet sich nach dem Benutzer) entsprechen. Im Wesentlichen plädierte Papanek für ein «handlicheres Verhältnis» von Design und Realität und er sprach sich für das «Entwerfen für Minderheiten» aus, für das Design für die besonderen Bedürfnisse von Kindern, Alten, Migranten, Behinderten oder Armen. Mit seinem polemischen und populärwissenschaftlichen – dabei oft satirisch-witzigen – Stil hat sich Papanek aber nicht nur Freunde gemacht, besonders unter den Designern.

Design Meets Function

«Der nachhaltige Ansatz von Viktor Papanek findet sich auch im Selbstverständnis von Geberit wieder», sagte Reto Bättig, Leiter Vertrieb Endkunden, Fachberatung und Kundendienst und ab April neuer Geschäftsführer der Geberit Vertriebs AG, am Design Event im Museum. «Es besagt, dass sich gutes Design durch die Verbindung von eleganter Form und funktionalem Mehrwert kennzeichnet. Der Geberit-Claim ‹Design Meets Function› bringt diese Haltung auf den Punkt.»

Als Ausstellungssponsor nutzte Geberit die Gelegenheit, um den eigenen Ansatz «Design Meets Function» bekanntzumachen. Die Teilnehmer der Veranstaltung konnten im Museum in Papaneks Ideenwelt eintauchen und Neues über die aktuellen Lösungen von Geberit erfahren, die als Highlights an der ISH 2019 in Frankfurt im Mittelpunkt stehen werden.

In der Vortragsrunde sprach Dr. David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft, und beeindruckte mit seinem grossen Fachwissen über gesellschaftliche und wirtschaftliche Trends. Bosshart reflektierte zu Form follows function als Leitspruch der modernen Welt – was heisst das in einer Welt, in der menschliche und künstliche Intelligenz ineinander verwoben und für das Auge unsichtbar sind? Function follows smart tech? Der Anspruch des Titels von Victor Papaneks Hauptwerk «Design for the Real World» hat auch unter dieser Perspektive bis heute Gültigkeit. Bosshart führte aus, welche Megatrends es heute zu beachten gilt, damit innovative Produkte und Einrichtungen den Menschen in veränderten sozialen und gesellschaftlichen Umfeldern wirklich dienen können.

Der Produktdesigner Christoph Behling, der seit 2007 das Markenbild der Geberit-Produkte massgeblich mitprägt, machte in seinem Vortrag transparent, wie aus gesellschaftlichen Trends und Veränderungen der Verbraucherwünsche Produkte geschaffen werden können, die funktional, ästhetisch und wirtschaftlich überzeugen. Behling stellte die Frage: Welche Synergien lassen sich aus dem Zusammenspiel der unsichtbaren Installationstechnik hinter der Wand und der sichtbaren Badausstattung gewinnen? Er zeigte eindrücklich auf, wie aus der Zusammenführung von Technik und Design Badwelten für heute und morgen entstehen.

Jörn Ikels, Head of Products Bathroom Systems bei Geberit International, erklärte anschliessend – «Das Bad neu denken» –, wie moderne Lösungen entwickelt werden können, «die unsere Welt ein Stück besser machen». In enger Zusammenarbeit mit dem Marketing hat Ikels die Endkundenaussagen verschiedener grosser Badstudien analysiert: «Cleanliness, Usability und Comfort spielen im Bewusstsein der Verbraucher die Hauptrolle» – noch vor dem Baddesign. Vor diesem Hintergrund stellte Jörn Ikels die Frage: Wie entwickelt man Produkte und Systeme im Bad, die genau diese Bedürfnisse umfassend erfüllen? Geberit zeigte den Gästen anschliessend die neusten, innovativen Antworten. 

Als Gesamtanbieter liegt der Fokus bei den Geberit-Innovationen nunmehr auf der Entwicklung integrierter Gesamtlösungen «vor und hinter der Wand».

 

Aus Keramag wird Geberit

Mit der Akquisition von Sanitec im 2015 und der damit verbundenen Übernahme einer Vielzahl von Keramikmarken hat Geberit das Geschäftsfeld um den Bereich der Badezimmerprodukte erweitert. Damit rückte das Ziel von Geberit in Griffweite, umfassende Badezimmerlösungen aus einer Hand anbieten zu können.

Als führendes Unternehmen in der europäischen Sanitärbranche sieht sich Geberit der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Sanitärprodukten, Herstellungsverfahren und Vertriebsmethoden verpflichtet. Nun hat Geberit die Kompetenzen als innovativer und verlässlicher Partner in der Sanitärtechnik «hinter der Wand» mit zeitlosem Design und raffinierter Funktionalität in der Badausstattung «vor der Wand» verbunden. Die beiden Welten werden unter den Claims «Know-how Installed» und «Design Meets Function» zu integrierten Gesamtbadlösungen vereint, die Fachkunden wie Endkunden gleichermassen inspirieren und begeistern sollen.

Ab dem 1. April 2019, mit einer Übergangsphase von 3 Monaten, wird die Marke Keramag unter der Marke Geberit weitergeführt. Auf die bestehende Breite und Tiefe des Sortiments hat dies keinen Einfluss, unverändert bleiben auch die angestammten Produktionsstandorte.

Durch die Konzentration auf die starke, innerhalb der Sanitärbranche bestens verankerte Marke Geberit ergeben sich für den Kunden vielerlei Vorteile:

  • Entwicklung integrierter Gesamtbadlösungen mit optimal aufeinander abgestimmten Produkten
  • Verbesserung der Kundenbetreuung
  • Schnellerer, einfacherer und benutzerfreundlicher Zugang zu Informationen
  • Reduktion der Komplexität in Produktion, Logistik und Lagerhaltung

 

Weitere Informationen:
geberit.ch