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Duschenspezialist Artweger, sehr stark auf den Export ausgerichtet, konnte mit seinen Produkten und starker Kundenorientierung auch auf dem Schweizer Markt punkten. Das oberösterreichische Familienunternehmen aus Bad Ischl, das mit seiner speziellen Klebetechnologie überzeugt, hat seit kurzem einen neuen Geschäftsführer. Gerhard Aigner spricht im Interview über die neue Ausrichtung des Unternehmens, neue Herausforderungen, seine Pläne für den Schweizer Markt und neue Entwicklungen aus dem Hause Artweger.

Gerhard Aigner, Artweger wurde vor über 95 Jahren gegründet und ist noch immer in Familienbesitz. Was zeichnet Ihre Firma aus und wo liegen Ihre Stärken?

Artweger ist ein reines Familienunternehmen – bei uns wird Handschlagqualität noch gelebt. Das Engagement der Eigentümer und ein erfahrenes motiviertes Team sind die Eckpfeiler unseres Unternehmens. Kurze Entscheidungswege und der Wille, es jeden Tag noch ein wenig besser zu machen, prägen unser Arbeiten. Ein wesentlicher Teil unserer Firmen-DNA ist der Mut zu Neuem. Diesem Erfindergeist verdanken wir so marktprägende Innovationen wie die Twinline, die Dampfdusche Body+Soul, das 360°-Twin-Scharnier oder die neue Zero.

Sie sind seit kurzem neuer Geschäftsführer von Artweger und können auf die wertvollen Vorarbeiten Ihres Vorgängers aufbauen. Als grosser Vorteil erweist sich, dass Sie im Unternehmen bereits früher tätig waren und es bereits sehr gut kennen. Worauf legen Sie als Erstes im Betrieb den Fokus?

Wir haben uns vorgenommen, im Duschenbereich weiterzuwachsen: Dafür ist es notwendig, unsere Vertriebsaktivitäten zu intensivieren und zu fokussieren. Da sind wir bereits auf einem sehr guten Weg. Intern werden wir weiter alle Chancen auf Produktivitätsverbesserungen wahrnehmen, um nach aussen eine möglichst perfekte Abwicklung bieten zu können. Hier helfen uns vor allem neue digitale Tools sehr.

Unser Sortiment ist derzeit sehr ausgereift und umfangreich. Dennoch werden wir kontinuierlich weiterarbeiten, und unseren Kunden auch weiterhin neue Lösungen bieten, die ihnen echte Vorteile in Verkauf und Montage bieten. Das ist unsere Stärke und darauf setzen wir auch weiterhin.

«Mit unserer Serie Zero -haben wir sowohl beim -Installateur wie auch beim Konsumenten ein echtes -Bedürfnis getroffen.»

Mit einer Exportquote von über 60% zählt Artweger zu den am stärksten international ausgerichteten Unternehmen in Österreich. Was sind die Pläne für den Exportmarkt?

International ist vor allem die Twinline das Produkt, mit dem wir in den vergangenen Jahren stark wachsen konnten. Jetzt werden wir gemeinsam mit unseren Vertriebspartnern den Duschenbereich weiter vorantreiben. Und mit der Twinline werden wir gezielt in neue Märkte gehen. Denn sie ist das beste Produkt im Segment der Duschbadewannen und noch nicht in allen Märkten bekannt.

«Wir legen verstärkt den Fokus auf den Bereich der Duschen, wo wir uns in den letzten Jahren ein sehr breites und qualitativ anspruchsvolles Sortiment erarbeiten konnten.»

Was wurde am Schweizer Markt erreicht und wie sehen die Zielsetzungen für die nächste Zukunft aus?

Mit unserem hervorragenden Kundendienst und den kurzen Lieferzeiten konnten wir uns in der Schweiz als kompetenter und zuverlässiger Partner des Sanitärinstallateurs etablieren. Wir sind sehr nahe am Kunden und bieten ein auf seine Bedürfnisse abgestimmtes Sortiment mit einzigartigen Highlights wie Artclear-Glas oder Twinline. In Zukunft ist es für uns wichtig, auch im Wachstum die gewohnt kurzen Reaktionszeiten für unsere Kunden zu erhalten. Zudem werden wir unser Sortiment weiterhin punktuell verstärken und unseren beliebten Komplettservice ausbauen.

Ihr Unternehmen ist bekannt für seine Klebetechnologie und Produkte, die die Vorteile einer komfortablen Badewanne mit denen einer geräumigen Dusche verbinden. Was gibt es Neues in diesem Bereich?

Aktuell haben wir neue Modelle der Artweger Zero Walk In am Markt, die Zero Basic. Diese bieten einen Verstellbereich von 15 mm und werden mit Seriengläsern geliefert. Die Montage ohne Bohren und die silikonlosen Wandprofile sind auch bei diesen Modellen wesentliche Vorteile. Neu ist auch die Schiebetür-Serie Slide, die gerade für preissensible Kunden eine echte Alternative bietet.

Und seit kurzem bieten wir unseren Kunden extraflache Mineralgusswannen in Schieferoptik, die sich durch besondere Rutschfestigkeit abheben.

«Mit unserem hervorragenden Kundendienst und den kurzen Lieferzeiten konnten wir uns in der Schweiz als -kompetenter und zuverlässiger Partner des Sanitärinstallateurs etablieren.»

Was zeichnet die Duschen-Komplettserie Artweger 360 aus, die polyvalent ausgelegt ist?

Die 360 ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Erstens durch ihren Umfang. Wir haben hier ein Komplettsortiment in einheitlichem Design, von Schiebetür über Falttüren bis zu einem grossen Walk-in-Sortiment. Darüber hinaus können wir die unterschiedlichsten Sonderlösungen im Seriendesign fertigen. Und wir bieten mit dem 360°-Twin-Scharnier ein echtes Highlight: Duschtüren mit dem 360°-Scharnier können ohne Anschlag bis 180° nach aussen und 180° nach innen geöffnet werden: Das ist echte Barrierefreiheit im Bad.

Vor einem Jahr wollte Ihr Unternehmen mit der Einführung von Artclear-Glas ein Zeichen für reinigungsfreundliche Duschtrennwände setzen. Wie kommt diese Innovation an und was ist das Besondere an diesem Glas?

Das Artclear-Glas ist eine ganz tolle Erfolgsgeschichte bei Artweger und zeigt eindrucksvoll, dass auch im Gebiet der Duschabtrennungen noch relevante Innovationen stattfinden können. Bei unserem Glas wird die Glasoberfläche mit einer speziellen Substanz behandelt und dann UV-belichtet. Dadurch entsteht eine glatte, ausgehärtete Oberfläche, die ein Duschenlebenlang Schutz vor Kalk und Schmutz sowie Glaskorrosion bietet. Für den Konsumenten bedeutet dies dauerhaft weniger Reinigungsaufwand.

Interessant ist auch die Zero Walk-in mit einem Montagesystem ganz ohne Bohren und mit Hochleistungsklebern. Wie wurde diese Neuerung aufgenommen?

Mit unserer Serie Zero haben wir sowohl beim Installateur wie auch beim Konsumenten ein echtes Bedürfnis getroffen: Der Sanitär-Fachmann ist froh, dass er nicht mehr in Wände bohren muss. Denn das Bohren in Steinzeugplatten ist extrem mühsam und zeitraubend. Und er bekommt eine Lösung mit Montage ohne Verletzung des Dichtanstrichs, wodurch Abdichtungen normgerecht gehalten werden können. Der Konsument hingegen bekommt eine moderne Walk-in-Dusche ohne Silikonfugen an den Gläsern, die nach einigen Jahren unansehnlich werden. Bei der Zero werden anstelle von händischen Silikonfugen transparente Kunststoffdichtungen verwendet. Diese lassen sich im Bedarfsfall auch leicht austauschen.

«Artweger ist ein reines -Familienunternehmen – bei uns wird Handschlagqualität noch gelebt.»

Wie sehen Sie den zukünftigen Schwerpunkt bei Artweger?

Wir legen verstärkt den Fokus auf den Bereich der Duschen, wo wir uns in den letzten Jahren ein sehr breites und qualitativ anspruchsvolles Sortiment erarbeiten konnten. Heute haben wir in den nachfragestarken Segmenten Falttüren und Walk-in eines der grössten und aus unserer Sicht das attraktivste Sortiment am Markt. Dennoch werden wir kontinuierlich weiterarbeiten und unseren Kunden auch weiterhin neue Lösungen bieten, die ihnen echte Vorteile in Verkauf und Montage bieten. Das ist unsere Stärke und darauf setzen wir auch weiterhin.

«Seit kurzem bieten wir unseren Kunden extra-flache Mineralgusswannen in Schieferoptik, die sich durch besondere Rutschfestigkeit abheben.»

Welches sind die aktuellsten Herausforderungen, denen sich Artweger zu stellen hat, um am hart umkämpften Exportmarkt weiterhin erfolgreich zu sein?

Eine aktuelle Herausforderung liegt sicher in den Trends «Wanne raus, Dusche rein» und dem Siegeszug der Walk-in-Lösungen. Das hemmt natürlich unser Wachstum bei den Duschbadewannen. Wir werden aber hier vor allem neue Märkte anvisieren und gleichzeitig unser Kerngeschäft Duschabtrennungen forcieren. Mit dem wahrscheinlich besten Duschensortiment am Markt und unserem erstklassigen Service haben wir hier die besten Voraussetzungen, um in Zukunft weiter zu wachsen.

«Das Artclear-Glas ist eine ganz tolle Erfolgsgeschichte bei Artweger.»

Was werden Sie 2019 Neues auf den Markt bringen, und was ist für die Swissbau 2020 geplant?

Zum Jahreswechsel 2019/20 kommen wir voraussichtlich mit einer neuen Duschenserie auf den Markt. Damit werden wir ein neues Designkonzept präsentieren, das eine noch flexiblere Integration der Duschabtrennung in das Gesamtdesign der Badezimmer ermöglicht. Diese neue Duschabtrennung wird der Schwerpunkt unseres Messeauftritts 2020, gemeinsam mit der Zero. Wir haben übrigens auch das Standkonzept völlig neu konzipiert, und unsere Partner erwartet ein sehr spannender Messeauftritt. Es lohnt sich daher gleich mehrfach, uns auf der Swissbau 2020 zu besuchen.

Weitere Informationen:
artweger.at

Zur Person

Gerhard Aigner ist seit April 2019 alleiniger Geschäftsführer von Artweger. Mit ihm hat ein ausgewiesener Vertriebsprofi das Ruder bei Artweger übernommen, der auch das Unternehmen bestens kennt. Denn der gebürtige Pöchlarner war bereits von 1993 bis 2006 bei Artweger im Vertrieb tätig, zuletzt als Verkaufsleiter Österreich. Nach 10 Jahren in verschiedenen Positionen in der Sanitärindustrie und im österreichischen Grosshandel kehrte er im Oktober 2017 zuerst als Verkaufsleiter Österreich und dann ab Februar 2019 als Geschäftsführer in das Unternehmen zurück.