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Unabhängige Fachzeitschrift für die Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Energiebranche

Die erste À-Jour-Veranstaltung der Vereinigung Schweizerischer Sanitär- und Heizungsfachleute (VSSH) im 2019 befasste sich mit dem Thema der Digitalisierung in der Haustechnik. Rund zwanzig Leute trafen sich beim Gastgeber Weishaupt in Geroldswil, um Wissenswertes und Nützliches über neuste Trends und Möglichkeiten der Nutzung digitaler Medien zu erfahren.

Die drei Referenten der À-Jour-Veranstaltung der Vereinigung Schweizerischer Sanitär- und Heizungsfachleute (VSSH) zeigten aus verschiedenen Blickwinkeln und praxisnah ihre Sicht auf die Digitalisierung in der Haustechnik, die manchem Anwender noch allzu oft komplex erscheint und viele Fragen offen lässt. Einer der grossen Hauptvorteile der digitalen Entwicklungen ist die unterschiedliche Sichtweise auf die internen und externen Abläufe eines Unternehmens. Daraus lassen sich bei geschickter Nutzung der vielfältigen Möglichkeiten wesentliche Vorteile im Büro und auf der Baustelle erzielen. Es ist allerdings unabdingbar, dass man sich fortlaufend mit den neusten Entwicklungen auseinandersetzt. Das erfordert gewisse zeitliche und finanzielle Aufwendungen, die sich langfristig jedoch lohnen werden.

Dank Fernüberwachung Service-Einsatz oft vermeidbar

Franz Brunner, Verkaufsleiter der Weishaupt AG, zeigte anhand von Beispielen aus der Praxis, welche Vorteile die digitale Vernetzung der Daten einer komplexen Haustechnikanlage mit sich bringen. Die Überwachung und sofortige Intervention bei Störungen trägt wesentlich dazu bei, dass Anlagen optimal funktionieren. Dank der Auswertung von sämtlichen relevanten Angaben können in manchen Fällen auch Interventionen vor Ort bereits im Voraus richtig aufgegleist werden. Wo früher zuerst der Service-Monteur eine Bestandsaufnahme an der Anlage vor Ort vornehmen musste, kann heute dank der Fernüberwachung manch unnötiger und teurer Service-Einsatz vermieden werden.

Dabei ist es aber von grosser Bedeutung, dass die Vernetzung des Datenaustauschs in einer einheitlichen Sprache erfolgt. Oft ist noch ein «Gärtlidenken» der Hersteller einzelner Komponenten einer umfassenden Überwachung der ganzen Anlage im Weg. Um effiziente Energieeinsparungen zu ermöglichen, müssen die Geräte miteinander auf eine einfache Weise kommunizieren können. Bei laufender Überwachung einer gesamten Anlage können Korrekturen umgehend vorgenommen und der optimierte Betrieb sichergestellt werden. Franz Brunner sagte, dass wir diesbezüglich aber noch in den Anfängen steckten und noch viel Luft nach oben bestehe.

3D-Visualisierungen auf Tablet ersetzen auf Papier gedruckte Pläne

Roland Killer, Berater BIM Gebäudetechnik bei der Mensch und Maschinen AG in Zürich, referierte über die modernen Möglichkeiten des mobilen Plandatenaustauschs. Die eindrücklichen Vorführungen der cloudbasierten Planbearbeitung ihres BIM 360 mochten die Teilnehmer zu überzeugen. 3D-Visualisierungen auf dem Tablet direkt auf der Baustelle werden die herkömmlichen, auf Papier gedruckten Pläne künftig ersetzen.

Der rasche und umfassende Datenaustausch eröffnet neuartige Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Planer und Ausführenden auf der Baustelle. Roland Killer sieht den veränderten Blickwinkel dank der Digitalisierung als grossen Vorteil für die Baubranche. Dies sei gegenüber anderen Gewerken jedoch noch weit von den heute bereits existierenden Möglichkeiten entfernt. Nur gerade 6 bis 8% der Baufachleute arbeiten damit. Dabei könne der Workflow zwischen Büro und Baustelle erheblich optimiert werden und somit eine höhere Rendite ermöglichen. Einwände, wonach Tablets auf der Baustelle den harten Bedingungen nicht standhalten würden, weist Roland Killer zurück. Es gebe durchaus Geräte, die robust und zuverlässig im Baustellenalltag auch bei garstiger Witterung ihren Zweck erfüllen. Deren Anschaffungskosten sowie die Einrichtung können aber gerade bei kleineren Unternehmen doch recht ins Geld gehen. Daher lohnt es sich, vor Investitionen die Angebote sorgfältig zu vergleichen, sowie Soft- und Hardware den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen.

Bald suchen nur mehr 30% der Nutzer im B2B-Bereich über Desktop-PCs

Kevin Kuhn, Managing Partner der Jaywalker-Digital AG aus Luzern, führte in die Geheimnisse erfolgreicher Websites ein. Sein Referat zeigte auf, dass aus den unzähligen Daten, die heute generiert und gesammelt werden, eine hohe Wertschöpfung erzielt werden kann. Die Evolution der Websites hat in den letzten Jahren markante Änderungen hervorgebracht. So werden heute bereits 50% der professionellen Anfragen über mobile Geräte wie Smartphone oder Tablets getätigt. Gemäss Vorhersagen sollen bis 2020 nur noch gerade 30% der geschäftlichen Nutzer im B2B-Bereich über Desktop-PCs nach Informationen suchen. Dieser Trend erfordert entsprechend schlanke und schnelle Websites.

«Mobile Geräte haben den Nachteil, dass oft der Akku schnell leer ist und dazu mancherorts schlechte Netzverbindungen herrschen», sagte Kuhn. Meist sei aber nur spärlich Zeit vorhanden und dementsprechend wenig Text erwünscht. Das Laden einer Homepage sollte nicht länger als 2,5 Sekunden dauern. Auch sollte mit zwei bis drei Klicks das Gesuchte schnell abrufbar sein. Um diesen Forderungen entsprechen zu können, muss der Gestalter der Website vom Auftraggeber klare und umfassende Informationen über die Inhalte haben. Die einfache Grundfrage lautet: Wer sucht was? Um den Besucher seiner Website zum gewünschten Ziel zu führen, müssen die notwendigen Informationen exakt passen. Das erfordert im Vorfeld sorgfältige und umfassende Abklärungen. Gemäss Kevin Kuhn müssen heute auch die Suchmaschinen glücklich gemacht werden. Das heisst, dass Google und Co. Inhalte und Strukturen erkennen können, die mit Bildern und sogenannten Keywords (Schlagworte) die eigene Website ganz oben anzeigt.

Auch über ein Suchmaschinen-Marketing kann viel erreicht und neue Kundschaft gewonnen werden. «Betreiber von Websites tun auf alle Fälle gut daran, wöchentlich ein paar Stunden für die Pflege und den Unterhalt ihres Internetauftritts einzusetzen», so Kuhn. Ein Unternehmer sollte ca. 4 Stunden pro Woche dafür aufwenden. Wenig nachhaltigen Erfolg und letztendlich teuer sei die einmalige Investition in einen Web-Auftritt, um danach für die nächsten zwei Jahre das Thema ganz beiseite zu legen.

Nach den Referaten waren die Teilnehmer zu einem Apéro mit Imbiss eingeladen. Dabei konnten die Teilnehmer individuelle Fragen an die Referenten stellen und das Networking nutzen.

Weitere Informationen:
vssh.ch