Installateur - Logo - Home
Unabhängige Fachzeitschrift für die Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Energiebranche

Im November hat die Vereinigung Schweizerischer Sanitär- und Heizungsfachleute (VSSH) drei À-Jour-Tagungen zu den Themen «Energieeffizienz in Waschküche und Küche» sowie «Heizband oder Reiz-Band?» durchgeführt. Walter Kubik, dipl. Sanitärinstallateur und ehemaliger Leiter der Energiefachstelle des Kantons Bern, und Ueli Ehrbar, Geschäftsführer der Domotec AG, klärten auf.

Gastgeber der dritten Reihe der beliebten À-Jour-Tagungen der Vereinigung Schweizerischer Sanitär- und Heizungsfachleute (VSSH) in diesem Jahr war diesmal die V-Zug AG. Den VSSH-Mitgliedern sowie interessierten Personen der Sanitärbranche wurde an drei V-Zug-Standorten, in Zug, Bern und St. Gallen, Einblicke in zwei ganz unterschiedliche Themen geboten: Im ersten Teil präsentierte Walter Kubik, dipl. Sanitärinstallateur und ehemaliger Leiter der Energiefachstelle des Kantons Bern, die Ergebnisse von Untersuchungen über die Energieeffizienz von Geschirrspülern und Waschmaschinen. Im zweiten Teil hat Ueli Ehrbar, Geschäftsführer der Domotec AG, die häufig vorkommenden Fehler bei der Planung und Installation von elektrischen Heizbändern für den Frostschutz an Rohrleitungen und die Warmhaltung von Warmwasserleitungen dargelegt.

Über «laufende Erträge und Eingemachtes»
Nach einem kurzen Überblick über die Aufgaben der VSSH durch Präsident Milo Tettamanti und den Gastgeber V-Zug erläuterte Walter Kubik die Zusammenhänge. «In der Schweiz wird zur Erklärung einer nachhaltigen Entwicklung gerne auf die Forstpolizeigesetze von 1876 und 1902 verwiesen», sagte der ehemalige Leiter der Energiefachstelle Bern. Der Grundgedanke sei einleuchtend: Für die Deckung der täglichen Grundbedürfnisse sollten die laufenden Erträge genügen. Ans Eingemachte gehe man bei Notlagen oder besonderen Gelegenheiten. Die Trennlinie sei einfach zu finden: «Praktisch alle für uns verfügbare Energie stammt von zwei Kernreaktoren. Der grössere davon ist die Sonne, der kleinere ist der Kern der Erde. Die dabei wirkenden Fusions- und Zerfallsprozesse sind aus menschlicher Sicht unerschöpflich, wir nennen sie daher auch erneuerbar oder nachwachsend. Laufende Erträge sind Licht und Strahlungswärme, auf Umwegen aber auch der Wasserkreislauf, die Winde und alles Leben in der Form von Pflanzen, Tieren und Menschen.»
Bei den anderen Energieträgern wie Kohle, Erdöl oder Erdgas handelt es sich, so Kubik, ebenfalls um Folgen von Sonnenstrahlung und Erdwärme – einfach vor sehr langer Zeit entstanden. Sie seien das «Eingemachte», der «Notvorrat»: «Diese fossilen Energievorkommen sind nicht unendlich verfügbar.»

Nur Warmwasseranschluss für Geräte im Haushalt betrachtet
Für seine Überlegungen zur Energieeffizienz in Waschküche und Küche betonte Kubik, dass ausschliesslich der Warmwasseranschluss für Geräte im Haushalt betrachtet wurde (ohne gewerblichen Einsatz oder Grosshaushalte). Als Grundlagen dabei wurden Studien, Berichte und Ratgeber verwendet, die im Auftrag des BFE, von Kantonen und Städten sowie im Rahmen der Kriterien für die topten.ch-Datenbank erarbeitet und veröffentlicht wurden.
Die Basiswerte wie Gerätegrösse (kg Trockenwäsche bzw. Anzahl Standardgedecke), Nutzungsdauer, Anzahl Nutzungen pro Jahr etc. orientieren sich an den gleichen Werten wie die entsprechenden Grundlagen in der EU. Als Haupteigenschaften der Geräte bezüglich Warmwasser wurden benannt:

Bei Waschmaschinen:

  • je ein Kalt- und Warmwasseranschluss
    220 Standard-Waschgänge pro Haushalt und Jahr, im MFH
  • 5 Haushalte/Maschine
  • Mix aus verschiedenen Programmen bei 60°C und 40°C bei Voll- und Teilbeladung
  • Wasserverbrauch pro Waschgang 45 bis 50 l bei Geräten mit Energielabel A+ bis A+++
  • Wasserbezug in mehreren Etappen über etwa eine Stunde.

Bei Geschirrspülern:

  • Anschluss mit Kalt- oder Warmwasser
  • 280 Spülgänge pro Haushalt und Jahr
  • Wasserverbrauch pro Waschgang 6,5 bis etwa 10 l bei modernen Geräten
  • Wasserbezug in mehreren Etappen während bis zu drei Stunden.


Als Arten der Wassererwärmung ortete Kubik:

  • Interne Beheizung: Die gebräuchlichste Art der Wassererwärmung bei Waschmaschinen und Geschirrspülern erfolgt innerhalb des Geräts mit elektrischer Widerstandsheizung, teilweise mit der Möglichkeit zur Wärmerückgewinnung aus dem gebrauchten Wasser. Seit einigen Jahren sind auch Waschmaschinen und Geschirrspüler mit internen Wärmepumpen erhältlich.
  • Anschluss am WW-System des Gebäudes: Wichtige Kriterien sind in diesem Fall die verwendete Energieform für die zentrale Wassererwärmung, das Warmwasser-Verteilsystem mit der Art der Warmhaltung von Verteilleitungen sowie die Anschlussleitung des Geräts

Die verwendeten Untersuchungen betrachten den energetischen Aufwand innerhalb des Gebäudes, dabei unberücksichtigt blieb die Art der bezogenen Elektrizität.

Als Hauptbotschaft
ergab sich, dass bei geeigneten Energieträgern und günstiger Installation der Warmwasserleitungen es sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll ist, Geschirrspüler und Waschmaschinen ans Warmwasser anzuschliessen. Bei WW zu > 50% erneuerbar ist das ideal, bei Gas- oder Ölheizung prüfenswert und bei elektrischer Widerstandsheizung klar nicht sinnvoll. Hier sind auch noch die Kriterien und Bedingungen für den Warmwasseranschluss beim Neubau bzw. bei bestehenden
Anlagen zu differenzieren. Bei Energieverbrauchsmessungen von V-Zug wurde festgestellt, dass 90 Prozent der Energie für das Aufheizen und 10 Prozent für die Bewegungsabläufe der Maschinen verbraucht werden.

Als Fazit
hob Walter Kubik hervor, dass es bei Neuanlagen keine guten Argumente gegen den Warmwasseranschluss gebe und betonte:

  • elektrische Widerstandsheizung für die WW-Versorgung ist Vergangenheit
  • moderne Installationen ergeben kurze Ausstosszeiten
  • Maschinen mit WW-Anschluss sind bereit für künftige Energiesysteme.

Spezielle Bedingungen verlangten auch hier spezielle Lösungen:

  • Ausstossmengen von mehr als 1 Liter sind bei Geschirrspülern kritisch, sie entsprechen einem Drittel bis zur Hälfte der Zapfmenge pro Entnahme. Die An­schlussleitung kühlt in jedem Fall wieder aus. Lösungsmöglichkeiten sind:  
  • Geräte mit internen Wärmepumpen – bei Wärmeerzeugung fossil oder WP;
  • Geräte, die das zufliessende Wasser erst verwenden, wenn Soll-Temperatur erreicht ist – bei Wärmeerzeugung zu über 50% erneuerbar.

Kubik stellte abschliessend fest, dass zentrale Wärmeerzeugungen zunehmend erneuerbare Energieformen nutzten und der erneuerbare Anteil der Elektrizität weiter zunehmen werde.

Heizbänder seit 1971
auf dem Markt
Ueli Ehrbar führte sein Publikum in die spannende Geschichte der Warmhalte-, Frostschutz- und Dach­rinnenheizbänder ein und veranschaulichte den Aufbau und die Funktionsweise der selbstregelnden Heizbänder. 1971 sind die ersten selbstregelnden Heizbänder für Industrieanwendungen auf den Markt gekommen, die sich durch Selbstbegrenzung, Parallelschaltungsprinzip sowie ihre flache, flexible und robuste Bauweise auszeichneten. Einsatz fanden sie im Frostschutz und in der Temperaturhaltung bis 150°C an Leitungen und Behältern in Chemiebetrieben, Raffinerien oder in der Lebensmittelindustrie. Seit 1978 gibt es praktikable Anwendungen in der Bautechnik. Bei der Anwendung wies Ehrbar auf die zu beachtenden Punkte bei der Sensormontage hin und zeigte anschauliche Beispiele über das Temperaturhalten an Warmwasser-Rohrleitungen sowie die Wirkungsweise von Warmhaltebändern in Klein- (Ein- und Zweifamilienhaus – TWE 60°C empfohlen, Betriebstemperatur unter 50°C vermeiden) und Grossanlagen (TWE 60°C, Temp. im Rohrsystem mindestens 55°C) auf.
Eine hilfreiche Übersicht der geltenden Normen und Regelwerke im Zusammenhang mit den Elektroheizbändern rundeten das Thema ab.
Der Domotec-Chef gab zu bedenken, dass zur Berechnung des Energieverbrauchs einer Anlage nicht die Nennleistungen der Warmhaltebänder massgebend seien, sondern der Wärmeverlust der Rohrleitungen. Ausserdem seien die vorgeschriebenen Dämmstärken einzuhalten. Die Nennleistung der Warmhaltebänder müsse in den meisten Fällen mit einem Regelgerät gedrosselt werden. Original-Aluminiumklebebänder verstärkten die Leistungsabgabe der Warmhaltebänder. Und ausserdem: «Die Wärmeverluste der WW-Verteilleitungen werden nie zu 100% über das Warmhalteband abgedeckt, und je nach Optimierungsmöglichkei­ten ist der Anteil des direkten Stromverbrauchs zwischen 50% und 70% der Wärmeverluste.»

Als Fazit
nannte Ehrbar, dass die Wärmeverluste der Rohrleitungen immer ausgewiesen werden müssten. Ausserdem sind die entsprechenden Wirkungsgrade zu beachten. Die Wahl des WW-Verteilsystems hat grossen Einfluss auf die Wirkungsgrade der Wärmeerzeugung. Entscheidend ist die genaue Berechnung der effektiven Werte.n

Weitere Informationen:
www.vssh.ch