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Unabhängige Fachzeitschrift für die Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Energiebranche
VSSH
11.08.2017 - Ausgabe: 08-2017

Feierliche Jubiläums-Generalversammlung der VSSH in Zug

Fery Lipp


Die lang erwartete Jubiläums-Generalversammlung der Vereinigung Schweizerischer Sanitär- und Heizungsfachleute (VSSH) im Zugorama der V-Zug hat das 75-jährige Bestehen gebührend gefeiert und wichtige Entscheide für die weitere Ausgestaltung der VSSH getroffen. Die erweiterte Öffnung der Vereinigung für neue Mitglieder scheiterte aber an der Versammlung an der erforderlichen Zweidrittelmehrheit. Am Jubiläums-Event am Abend präsentierte sich der bekannte Spassmacher VERI in Hochform und begeisterte das Publikum.

Im stimmungsvollen Rahmen des Zugorama der V-Zug trafen sich rund 80 Mitglieder und Gäste zur Jubiläums-Generalversammlung der Vereinigung Schweizerischer Sanitär- und Heizungsfachleute (VSSH). Präsident Milo Tettamanti durfte zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigung namhafte Delegationen aus dem In- und Ausland begrüssen. Er zeigte sich erfreut über die gute und gelöste Stimmung am Jubiläums-Event. Im Vorprogramm der GV waren die Bossard-Arena und Etter Kirsch zu besichtigen.

Highlights im Jahr 2016

Philipp Hofmann, von der Gastgeberin V-Zug, informierte über das Unternehmen und die geplanten umfassenden Umbauarbeiten am Tagungsort. Eine Grussbotschaft überbrachte auch der Zuger Regierungsrat und Präsident des Vereins Minergie, Heinz Tännler.

Der Präsident erinnerte im Jahresbericht 2016 nochmals an die Highlights des letzten Jahres:

Die V-Zug als neue Hauptsponsorin, die drei topbesetzten À-Jour-Tagungen (Planungsrichtlinien, Frischwasserstationen, Energieeffiziente Haushaltsgeräte und Heizbänder), die umfassenden Vorbereitungen der Verbandsführung zur Strategie 2020, die wertvolle Mitwirkung in den Normengremien, der Generationenwechsel bei der VSSH Fachzeitschriften AG sowie die Suche nach neuen Betätigungsfeldern, die VSSH-Studienreise nach Bali und die Weiterführung der Arbeiten am
SI-Handbuch.

Mit dem Fachkräftemangel zurechtkommen

Sodann warf Milo Tettamanti unter Verwendung des Bildes eines Orientierungslaufs einen Blick vo-raus: «Verschiedene Herausforderungen in einem anforderungsreichen und sich stetig verändernden Umfeld stellen sich. Dazu zählt der Fachkräftemangel. Als Mitarbeitervereinigung müssen wir uns auf das Wesentliche konzentrieren.» Dabei helfe, gemeinsam mit anderen Organisationen (SSHL, Suissetec etc.) dieser Entwicklung zu begegnen. Die VSSH sei verpflichtet, den Mitgliedern einen Mehrnutzen zu bieten. Aus diesem Grunde habe der Vorstand vor kurzem eine Mitgliederumfrage gemacht. Wichtig sei in diesem Prozess eine offene und transparente Kommunikation, gesunde Finanzen sowie ein Vorstands-Team, das gewillt ist, den Verein vorwärtszubringen. So würden derzeit für den Vorstand namentlich ein Vertreter aus der Romandie, ein Bindeglied zu Verbänden und Schulen sowie ein Betreuer für die Sponsoren gesucht.

«Die VSSH muss wieder gesamtschweizerisch auftreten», so Tettamanti. «Schlüsselfaktoren sind ein professionelles Sekretariat mit einem gut vernetzten Geschäftsführer, eine effiziente Kommunikation sowie eine enge Zusammenarbeit mit der NZZ Fachmedien AG. Der Mitgliederschwund muss überwunden werden, wir müssen im Berufsalltag und in den Branchen tief verwurzelt sein und mit der VSSH als einem aktiven Verein auftreten, der seine Aufgaben kennt und erfüllt.»

Der Präsident begrüsste im Weiteren fünf neue Aktivmitglieder, ein neues Partnermitglied sowie drei neue Studentenmitglieder im Kreise der VSSH. Ferner zeigte er die Mitgliederentwicklung auf (2017: 910 Mitglieder), die auch im letzten Jahr – primär wegen Überalterung – negativ ausgefallen ist. Abschliessend bedankte er sich bei den Hauptsponsoren, ohne die eine aktive Vereinstätigkeit nicht möglich ist.

Vizepräsident Maurice Vacchiano nahm die Abstimmung über den Jahresbericht 2016 vor. Der Jahresbericht wurde von der Versammlung einstimmig genehmigt.

Jahresrechnung 2016 und Revisionsbericht

Finanzchef Markus Ribi präsentierte die Jahresrechnung 2016, die mit total Erträgen von 184976 Franken und total Aufwänden von 188957 Franken abschliesst. Somit resultierte ein Verlust von 3981 Franken. Ribi stellte fest, dass die Finanzen von der Geschäftsstelle sorgfältig und transparent geführt wurden.

Die Revisoren beantragten die Genehmigung der Jahresrechnung 2016. Die Versammlung stimmte diesem Antrag bei einer Enthaltung zu.

Ebenfalls beantragten die Revisoren, den Verbandsorganen Décharge zu erteilen. Die Mitglieder folgten diesem Antrag bei sechs Enthaltungen einstimmig.

VSSH-Strategie 2020

Der Präsident erläuterte der Versammlung die Hintergründe der Strategie 2020. Diese beinhaltet im Wesentlichen den Zusammenhalt und die Förderung von Fachleuten, die Vernetzung, die Motivation zur Weiterbildung, den Ausbau der Beziehungen zu Gremien, Behörden, Schulen, Handel und Industrie, die Ausarbeitung von Hilfsmitteln sowie die Organisation von Anlässen und Exkursionen.

Der Vorstand hat der Versammlung eine Öffnung der VSSH hin zu einem Fachleute-Kompetenzzentrum vorgeschlagen. Dies wurde gemäss der Mitgliederumfrage von einer klaren Mehrheit begrüsst. Der Vorstand schlug weiter vor, dass für eine VSSH-Mitgliedschaft künftig ein Abschluss EFZ (als formale Mindestbedingung) genügen solle, obwohl die Mitgliederumfrage ergeben hatte, dass eine Mehrheit der Mitglieder an einem höheren Berufsabschluss festhalten möchte. Nach Meinung des Vorstands sollte jedoch künftig weniger das formale Kriterium eines bestimmten Berufsabschluss, sondern vielmehr mehrjährige Berufserfahrung und Wahrnehmung einer Kaderfunktion massgebend sein.

Keine Zustimmung zur -Statutenrevision

In diesem Sinne hat der Vorstand der Versammlung eine Statutenrevision vorgeschlagen. In der darauffolgenden Diskussion wurde engagiert debattiert: So sah Mitglied Urs Lippuner keine Not-wendigkeit für eine Statutenänderung und lehnte eine Öffnung ab. «Die Mindestanforderungen sollten erhalten bleiben», meinte Lippuner. Er verwies auch auf die Beispiele Offiziersgesellschaft (OG) und Feldweibel-Verein, die eine Öffnung seiner Meinung nach nie zulassen würden. Er betonte auch, dass er für den Fall einer Zustimmung zur Statutenänderung, den Austritt aus der VSSH ins Auge fassen würde.

Auch Walter Spielmann erinnerte an die OG und wies in seinen Ausführungen auf den Schweizerischen Verband der Immobilien-Treuhänder (SVIT) hin, der eine Mitgliederkategorie ohne formellen Abschluss als Immobilientreuhänder kennt. Georges Gysel pflichtete den Ausführungen seiner Vorredner bei.

Die beiden Vorstandsmitglieder Stefan von Rotz und Maurice Vacchiano gaben zu bedenken, dass es schon aufgrund der Kriterien Berufserfahrung und Kaderfunktion nicht zu einer Verwässerung kommen könne und dass es in der Praxis primär auf die Fachkompetenz und nicht auf einen formalen Abschluss ankomme. Mitglied Walter Kubik erwähnte, dass bereits heute das Kriterium höhere Fachausbildung nicht eingehalten werde, ohne dass dies der VSSH geschadet hätte. Dem Hinweis von Urs Lippuner, dass es heute schon tendenziell weniger Absolventen höherer Fachausbildungen gebe, entgegnete Präsident Milo Tettamanti, dass Teil der Strategie 2020 die Zusammenarbeit mit den Verbänden und den Schulen sei. Diese seien ebenfalls gewillt, zum Wohle der Branche Gegensteuer zum allgemeinen gesellschaftlichen Trend zu geben. Eine Öffnung im Sinne des Vorschlags des Vorstands gäbe im Übrigen mehr Flexibilität bei der Erreichung der VSSH-Ziele.

Bei der anschliessenden Abstimmung wurde das notwendige qualifizierte Mehr (2/3 der stimm-berechtigten Mitglieder) für die notwendige Statutenänderung um 7 Stimmen verfehlt. Damit sind auch die anderen Änderungen in den Statuten hinfällig geworden.

Wahlen

Per GV 2017 sind die beiden -Vor--
standsmitglieder Maurice Vac-chiano, Vizepräsident, sowie Ste--
fan von Rotz, Projektleiter SI-Handbuch, zurückgetreten. Der Präsident dankte den beiden für die geleistete Arbeit, würdigte ihre Verdienste und übergab ihnen als Anerkennung ein Geschenk. Die Mitglieder dankten den beiden Zurückgetretenen mit einem warmen Applaus. «Der Vorstand wird umgehend nach Erneuerung Ausschau halten», stellte Milo Tettamanti fest. Der Vorstand, bestehend aus Präsident Milo Tettamanti, Interims-Vizepräsident Peter Moser (Tessin), Philipp Hauser (HLK) sowie Kassier Markus Ribi (Sanitär), ist bis 2019 gewählt.

Der Vorstand hat der Versammlung als Revisionsstelle die Curator Revision AG, Zürich, vorgeschlagen. Diesem Antrag stimmten die Mitglieder zu.

Da die Mitglieder die Statutenänderung auch in Bezug auf Art. 7 abgelehnt hatten, mussten auch zwei neue Revisoren aus dem Mitgliederkreis gewählt werden. Die Generalversammlung wählte Georges Gysel und Walter Kubik einstimmig.

Genehmigung von Budget 2017/18 und Mitgliederbeiträgen 2017/18

Geschäftsführer Pirmin Frei präsentierte den Budgetvorschlag für 2017/18. Dieser sieht bei gleichbleibenden Mitgliederbeiträgen (90 Fr. für Aktiv- und Partnermitglieder nat. Personen, 400 Fr. für Partnermitglieder jur. Personen) Einnahmen von 219200 Franken und Ausgaben von 218900 Franken vor. Das Budget wurde mit 49 Ja- bei einer Gegenstimme genehmigt.

Unterstützung für sinnvolles Projekt

Daniel Elber zeigte der Versammlung mit eindrücklichen Bildern sein Bali-Wasser-Projekt, das die VSSH Fachzeitschriften AG sowie einzelne Mitglieder mit insgesamt 150000 Franken unterstützt haben. «Ich bin eigentlich das Geburtstagsgeschenk hier», sagte Elber, «und wir konnten mit Ihrer grosszügigen Spende viel erreichen auf Bali. Im Norden von Bali gibt es nicht genug Wasser, das bedeutet, die Bevölkerung dort musste in 5-stündigen Märschen Wasser herbeischaffen. Klar ist dabei, dass ausreichende Arbeitsmöglichkeiten oder geregeltes Schulwesen dabei auf der Strecke bleiben.»

Das Projekt von Daniel Elber umfasst insgesamt 36 Dörfer in der Berggemeinde Muntigunung, die mit einer funktionierenden Wasserversorgung ausgerüstet werden sollen. Bis heute sind 24 mit Wasser versorgt, das heisst, dass 66% der Einwohner nun über eine ausreichende Wasserversorgung verfügen. «Die durch die VSSH und ihre Kreise zur Verfügung gestellten Mittel wurden dazu verwendet», so Elber, «die Wasserversorgung in weiteren 3 Dörfern vollständig und in einem Dorf zusammen mit anderen Spendern sicherzustellen, wofür wir sehr dankbar sind.» Das Projekt, das noch 10 Jahre dauern soll, hat zum Ziel, eine Wasserversorgung von 25 l pro Person und Tag, ausreichend Arbeitsplätze pro Familie, eine Reduktion der Kindersterblichkeit um die Hälfte sowie eine adäquate Ausbildung für die Kinder zu gewährleisten.

Grussbotschaften befreundeter Verbände

Alois Gartmann, Leiter höhere Berufsbildung, überbrachte Grüsse und Glückwünsche von Suissetec zum VSSH-Jubiläum: «Ich gratuliere Ihnen herzlich zum 75-jährigen Geburtsstag Ihrer Vereinigung. Ihr gebt mit der VSSH den Puls vor. Wir schätzen die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der VSSH sehr.» Gartmann rief bei dieser Gelegenheit auch die aktuellen Veränderungen in der Bildungslandschaft der Gebäudetechnik in Erinnerung.

Auch Manfred Härterich gratulierte der VSSH im Namen der Stuttgarter Meistervereinigung FLIZ zum grossen Jubiläum: «Die Gesellschaft verändert sich und auch wir dürfen nicht stehen bleiben. Für Strategien gibt es keine Patentlösungen, auch wir haben diese Erfahrung gemacht – wir müssen auf jeden Fall dafür sorgen, dass es mit uns erfolgreich weitergeht. Ich überbringe Ihnen hier die besten Grüsse aus Stuttgart an die VSSH.»

Festliches Nachtessen mit Unterhaltung

Im Anschluss an die Generalversammlung waren die Mitglieder und Gäste zum Jubiläums-Nachtessen eingeladen. Für beste Unterhaltung sorgte der bekannte Komiker VERI, alias Thomas Lötscher, der mit humoristischen und nachdenklichen Einlagen zur Höchstform auflief und die Anwesenden begeisterte. Bis spät in die Abendstunden blieben die Teilnehmer zusammen und genossen die tolle Atmosphäre der Feier. 

 

Weitere Informationen:

www.vssh.ch