Installateur - Logo - Home
Unabhängige Fachzeitschrift für die Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Energiebranche

Die Totalrevisionen der Berufe Sanitärinstallateur, Heizungsinstallateur und Spengler EFZ laufen derzeit auf Hochtouren. Zum Monatswechsel sind die Anhörungen zu den neuen Bildungsverordnungen und Bildungsplänen abgelaufen. Die Sektion Zürichsee-Schwyz-Glarus von Suissetec hat kürzlich eine Informationsveranstaltung zu diesem wichtigen Thema durchgeführt. Zu diesem Anlass hat sie die Vereinigung Schweizerischer Sanitär- und Heizungsfachleute (VSSH) eingeladen.

Die Lehrverlängerung von drei auf vier Jahre wird in den Berufen Sanitärinstallateur EFZ, Heizungsinstallateur EFZ und Spengler EFZ ab Sommer 2020 in Kraft treten. Die Umstellung wird mehr Handlungsorientierung in der Ausbildung bringen, da die neue Ausbildung mehr der Praxis entspricht. Nach der neu 4-jährigen Ausbildung werden der Branche künftig kompetenter ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Suissetec hat kürzlich zu einer Informationsveranstaltung zum Stand der Totalrevision der Berufe (Verordnungen über die berufliche Grundbildung und Bildungspläne) an der EWK Pfäffikon eingeladen. Zu diesem Anlass war auch die VSSH eingeladen. Markus Weibel, Präsident der Sektion Zürichsee-Schwyz-Glarus von Suissetec, begrüsste die Teilnehmer und stellte kurz die beiden Referenten Kurt Wälti und Guido Mondgenast vor. Der Letztere informierte die Spengler in einem separaten Raum über die anstehenden Änderungen in deren Branche. Kurt Wälti, Berufsschullehrer und Vorstandsmitglied BBK GN, referierte im Plenarsaal über die Neuerungen in den beiden anderen Berufen. «Warum machen wir das?», fragte Wälti in die Runde. «Die Handlungskompetenzen der Auszubildenden zu erhöhen, das klingt doch gut!» Für jede Berufsgruppe ist bei Suissetec eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden, erklärte der Bildungsfachmann. «Die grösste Veränderung betrifft bei den Sanitärlern und Heizigern die Solaranlagen», betonte er. «Da müssen die Fachleute künftig als Handlungskompetenz das Montieren beherrschen, das wird auch die Betriebe betreffen.»

Grundidee: Berufsbilder in 10 Jahren

Als Grundidee bei der Revision der Berufe habe im Vordergrund gestanden, so der Bildungsprofi, wie die Berufsbilder in 10 Jahren aussehen sollten: «Was sich die jungen Meister alles gewünscht haben, hätte die Lehrzeit auf 5 Jahre hochgeschraubt. Wir mussten also vieles kürzen, aber wir haben das geschafft.»

Das Berufsbild Sanitärinstallateur EFZ bezeichnet diesen als Fachmann für die Montage von Wasser-, Erdgas- sowie Abwasseranlagen bei Neu- und Umbauten; er führt ausserdem Wartungs- und Servicearbeiten an sämtlichen sanitären Anlagen aus und garantiert eine funktionierende Grundversorgung der Gebäude mit Wasser und Erdgas.

Beim Heizungsinstallateur EFZ heisst dies: «Sie sind Fachleute für die Montage verschiedenster Komponenten von Heizungsanlagen; sie installieren immer häufiger wärmetechnische Systeme, die auf der Basis von erneuerbaren Energien betrieben werden, wie zum Beispiel Wärmepumpen, Feststofffeuerungen oder Solaranlagen; sie garantieren Wärme und Behaglichkeit in Wohn-, Arbeits- und Freizeiträumen.»

 

Handlungskompetenz im Vordergrund

Wälti verwies in seinen Ausführungen auf die gezeigten Charts mit den Handlungskompetenzen der einzelnen Berufe: «Der neue Bildungsplan ist ganz abgestützt auf die Handlungskompetenz in den Betrieben. Das war uns sehr wichtig. Da noch gross dran rumzuschrauben wird aber schwierig werden. Das sollte so bleiben.» Es gibt auch keine abgegrenzten Fächer mehr, alles läuft ineinander über. Man wollte nicht mehr fächerorientiert arbeiten. Die Änderungen werden daher am meisten die Schule und die ÜKs betreffen. Neu sind auch die Standortbestimmungen nach jedem Semester. Wie Rückstufungen gestaltet werden, ist laut Wälti noch abzuklären. Künftig soll die Planung in der Ausbildung stärker gewichtet werden. Der Bund wollte Arbeitsschutz und Gesundheit in der Grundausbildung forcieren. «Auch das mussten wir integrieren», sagte der BBK-Vorstand.

In der Grundausbildung wird künftig das Hartlöten wegfallen, auch wenn das viele in der Branche bedauern und noch für wichtig halten. «Ein Heiziger muss heute den hydraulischen Abgleich machen können», betonte Wälti. «Das ist wichtig. Und das Einregulieren wird wichtiger.» Kontrollierte Lüftungen werden aus der Ausbildung rausgenommen und bleiben den Lüftigern vorbehalten, deren Ausbildung weiterhin 3 Jahre beträgt und die zwei Berufe «Bau» und «Industrie» umfassen wird.

Bei der Zusatzlehre bleibt es bei allen Montageberufen bei 2 Jahren, der Einstieg erfolgt im 3. Lehrjahr (EBA ins 2. Lehrjahr).

«Mit einer 4-jährigen Ausbildung wird unsere Branche gewinnen, und wir werden mehr gute Leute bekommen. Die Ausbildung in der Schule wird am meisten gefordert sein, dort ändert sich am meisten», schloss Kurt Wälti.

Im Anschluss an die informative Veranstaltung wurde zum gemütlichen Apéro in die Kantine der EWK Pfäffikon geladen.

 

Weitere Informationen:

sbfi.admin.ch

vssh.ch