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Die 77. Generalversammlung der VSSH fand am Samstag, 6. April 2019, im «Radisson Blu Hotel» im Flughafen Zürich statt. Knapp 50 Personen konnte der Präsident der VSSH, Milo Tettamanti, an diesem Samstagmorgen um 10 Uhr im schönen Versammlungsraum mit Sicht auf die Rollfelder des Flughafens begrüssen. Speziell begrüsste er die Vertreter der befreundeten Verbände und der Sponsoren. Bei letzteren bedankte er sich für die wiederholt grosszügige finanzielle Unterstützung. Nur dank dieser sehr geschätzten Sponsorenbeiträge könne der moderate Mitgliederbeitrag unverändert beibehalten werden.

Die Generalversammlung fand erstmals an einem Samstag statt. Dies, nachdem in den letzten Jahren von Mitgliedern vermehrt darauf hingewiesen wurde, dass sich normale Wochentage für solche Veranstaltungen weniger eignen. Der Vorstand wird an einer nächsten Sitzung dieses Thema nochmals diskutieren und dann das Datum für die nächste Generalversammlung festlegen.

«Nur dank Sponsorenbeiträge kann der moderate Mitgliederbeitrag unverändert beibehalten werden.» Milo Tettamanti

Milo Tettamanti führte gewohnt sicher und zügig durch die Versammlung, die gemäss Traktandenliste abgehandelt wurde. Und wir können es vorweg nehmen. Alle Anträge des Vorstandes wurden ohne nennenswerte Diskussion genehmigt.

Der Präsident wies darauf hin, dass sein ausführlicher Jahresbericht auf der Website aufgeschaltet ist und zudem in der Ausgabe 03-19 des planer+installateur veröffentlicht wurde. Mit einem kurzen Rückblick ging er nochmals auf die wichtigsten Aktivitäten des letzten Vereinsjahres ein. Besonders erwähnenswert sind die regelmässigen Berichterstattungen im planer+installateur, der Messebesuch an der Mostra Convegno in Mailand, die erstmalige Durchführung der Generalversammlung im Ausland und das Präsentieren der VSSH an den verschiedensten Veranstaltungen. Speziell der letzte Punkt hob Milo Tettamanti nochmals hervor. Der Besuch von Veranstaltungen bietet immer gute Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen oder bestehende zu pflegen. Diese Kontaktpflege und damit der Ausbau der persönlichen Netzwerke legte er jedem Mitglied ans Herz.

«Der Besuch von Veranstaltungen bietet immer gute Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen.» Milo Tettamanti

Anhaltender Rückgang von Mitgliedern

Sorgen bereitet der VSSH der seit Jahren anhaltende Rückgang der Mitglieder. Austritte erfolgen aus durchaus nachvollziehbaren Gründen. Meistens sind die einige Jahre zurückliegende Pensionierung und das Alter die Auslöser. Diesen Trend will die VSSH brechen. Einerseits will man versuchen, vermehrt junge, neudiplomierte Fachkräfte für eine Mitgliedschaft zu gewinnen. Andererseits will der Vorstand vor allem auch potentielle Mitglieder in der Romandie für einen Beitritt überzeugen. 

Wahl des neuen Präsidenten

Gemäss der Statuten der VSSH ist die Amtszeit eines Präsidenten auf maximal drei Amtsperioden à je drei Jahre beschränkt. Der amtierende Präsident, Milo Tettamanti, hat diese Amtszeitlimite erreicht und stand daher für eine Wiederwahl als Präsident nicht mehr zur Verfügung. In verdankenswerter Weise signalisierte er aber seine Bereitschaft, seine grosse Erfahrung und sein profundes Wissen als Vorstandsmitglied bei der VSSH weiter einzubringen. Peter Moser hatte zudem nach seiner langjährigen Mitarbeit im Vorstand seinen Rücktritt erklärt.

In der Folge wählte die Generalversammlung einstimmig Markus Ribi zum neuen Präsidenten. Markus Ribi ist seit 2016 im Vorstand für die Finanzen zuständig. Er wohnt in Arlesheim BL und ist Inhaber der G. Caviola & Co. AG in Basel. Der scheidende Präsident dankt Markus Ribi herzlich für seine Bereitschaft dieses Amt zu übernehmen. Damit ist die Kontinuität gesichert, was für die VSSH wie auch für den Vorstand ein wichtiges Anliegen war. 

Danach wurden Milo Tettamanti und Joel Sigrist ebenfalls einstimmig neu in den Vorstand gewählt. Joel Sigrist wohnt in Rafz ZH und ist Geschäftsführer und Teilhaber der Revitech 360 GmbH in Rümlang. Zudem ist er Lehrer für Sanitärtechnik in der Hausmeisterausbildung. Milo Tettamanti wähnte sich bekannt wie ein bunter Hund, weswegen er sich für diese Wahl nicht speziell vorstellen musste. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden ebenso einstimmig für eine weitere Amtsperiode von drei Jahren bestätigt.

Markus Ribi dankte Milo Tettamanti im Namen aller Mitglieder und des Vorstandes für seine langjährige Tätigkeit für die VSSH. Speziell während seiner neun Jahren als Präsident galt es einige Klippen zu umschiffen. Dies ist Milo Tettamanti mit seiner besonnen und ruhigen Art sehr gut gelungen. Er hat die VSSH im letzten Jahrzehnt geprägt. Mit einem herzlichen Dankeschön für diesen unermüdlichen Einsatz für die Belange der VSSH erhält Milo Tettamanti vom neuen Präsidenten ein schönes Weingeschenk.

Der Postweg hat ausgedient

Unter dem Traktandum Budget und Mitgliederbeiträge wurde von Markus Ribi ein weiteres Thema aufgebracht. Nur gerade rund ein Drittel der VSSH-Mitglieder haben bei der Geschäftsstelle eine E-Mail-Adresse hinterlegt. Die Mitteilungen an die Mitglieder erfolgen daher immer noch auf dem normalen Postweg. Die Kosten dafür belaufen sich jedes Jahr auf einige Tausend Franken. Der Vorstand hat sich zum Ziel gesetzt, inskünftig möglichst alle Einladungen, Informationen und auch die Rechnungsstellung an die Mitglieder nur noch elektronisch zu verschicken. Damit könne viel Geld gespart werden. Auf Antrag des Vorstands hat die Generalversammlung einstimmig beschlossen, inskünftig denjenigen Mitgliedern eine jährliche Spesenpauschale von 15 Franken in Rechnung zu stellen, welche die Korrespondenz nach wie vor auf dem Postweg erhalten möchten.

Attraktives Jahresprogramm

Die VSSH will ihren Mitgliedern ein attraktives und abwechslungsreiches Jahresprogramm bieten. Folgende Veranstaltungen sind geplant:

VSSH en visite

  • Der Besuch der ISH in Frankfurt (D) vom 14. und 15. März 2019 hat bereits stattgefunden. 27 Personen nahmen an diesem interessanten, zweitägigen Messebesuch teil.
  • Am 13. August 2019 blickt die VSSH hinter die Kulissen des ESAF in Zug. Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest werden 300 000 Besucher erwartet. Dafür wird das grösste je temporär in der Schweiz erstellte Stadion für 56 000 Zuschauer gebaut. Diese Veranstaltung wird einen eindrücklichen Einblick in die logistischen Herausforderungen einer solchen Grossveranstaltung geben.

VSSH à jour

  • Am 6. Mai 2019 ist die VSSH Gast bei der Firma Weishaupt AG in Geroldswil ZH. Drei namhafte Referenten sprechen zum Thema «Digitalisierung in der Haustechnik». In der nächsten Ausgabe des planer+installateur werden wir ausführlich über diesen Anlass berichten.

Weitere Veranstaltungen wird die VSSH nach Möglichkeit zu aktuellen Themen organisieren. Angedacht ist ein Referat betreffend SIA 385/1 und SIA 271, sobald die entsprechenden Vernehmlassungen der SIA veröffentlicht werden. 

Im Anschluss der Generalversammlung wurde den Teilnehmenden ein Apéro mit anschliessendem Mittagessen in den Räumlichkeiten des «Radisson Blu» offeriert. Danach folgte eine äusserst interessante Führung durch den Flughafen Zürich. Zu diesem Thema lassen wir einfach die Bilder sprechen.

VSSH – Der aktuelle Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

  • Markus Ribi, Präsident
  • Joel Sigrist
  • Milo Tettamanti
  • Philipp Hauser
  • Patrick Bächler
  • Andreas Bopp
  • Dominique Lüthi
  • Josef Huwyler, Geschäftsführer

Organisation

Die VSSH ist ein Verein. Das Präsidium und der Vorstand werden aus dem Kreise der Vereinsmitglieder gewählt. Die Verbandsorgane werden von einer Verbandsgeschäftsstelle professionell unterstützt.

  • Gründungsjahr 1942
  • Anzahl Mitglieder 880
  • Fachorgane planer+installateur

Bemerkungen zur Hygiene im Trinkwasser

Die meisten Themen haben eine mehr oder weniger lange Halbwertszeit. Vor vielen Jahren hat in der Sanitärbranche der Zinkabbau in Wasserleitungen immer wieder für Aufregung gesorgt: «Vorsicht! Gelöster Zink von verzinkten Wasserrohren vergiftet Ihr Baby! Kein Schoppen mit Hahnenwasser zubereiten!». Danach folgte in loser Reihenfolge die Warnung vor allen möglichen Belastungen durch giftige Stoffe aus Rohmaterialien, meist aktiv unterstützt von just dem Hersteller, der gerade ein neues System auf den Markt gebracht hat.

Mittlerweile sind wir beim Schreckgespenst Legionellen angelangt. Bereits 1989 wurde der «Thermodestor» als integriertes Gesamtkonzept zur Bekämpfung der Legionellen in Deutschland entwickelt. Damit hat man das Problem im Griff… Glaubte man damals. Das Thema verschwand aus den Schlagzeilen bis festgestellt wurde, dass auch mit solchen komplexen Systemen die Angelegenheit nicht aus der Welt zu schaffen ist.

Legionellen wieder hochaktuell

Heute ist die Legionellenproblematik wieder hochaktuell und einige geschäftige Industrievertreter suggerieren der Fachwelt wieder ihre Endlösung: «Man muss einfach nur… und dann dafür sorgen, dass… mit Temperaturen von…» Nur für den Installateur und den Planer wird die Sache auch durch Richtlinien und neuen Normen nicht einfacher. Denn wir wissen immer noch nicht genau, was in den Leitungsnetzen abgeht, in denen es zu einer Kontamination kommt oder eben nicht. Allgemein glaubte man, das Problem der Trinkwasserhygiene sei nur im Warmwassernetz akut. Nun kommt aber nach umfangreichen Untersuchungen die Erkenntnis, dass auch die Kaltwasserverteilung im Gebäude genauso oder sogar noch mehr kontaminiert werden kann. Was ist zu tun? In erster Linie sind die allgemein anerkannten Regeln der Technik einzuhalten:

  • Keine Totleitungen
  • Kurze Leitungsnetze mit möglichst wenig Rohren und nur so viele Zapfstellen wie nötig
  • Einfache Leitungsführung
  • Verhindern von Stagnation (viele Zapfvorgänge)
  • Im Kalt- und Warmwassernetz Temperaturen im ungünstigen Bereich zwischen 25° C und 50° C vermeiden.

Dabei darf die Diskussion über den Energieverbrauch und die Umweltverträglichkeit nicht vergessen gehen. Der Hygieniker sagt, beim Warmwasser muss die Temperatur rauf, der Energiesparer will die Temperatur senken. Wo liegt der vernünftige Kompromiss, der dazu auch noch bezahlbar ist? Keine einfache Aufgabe für die Sanitärbranche. In letzter Zeit hört man oft den Spruch: «Wasser muss fliessen.» Nur wohin und mit welcher Geschwindigkeit? Anlässlich des Vortrags im Rahmen der Generalversammlung der VSSH haben wir gelernt, dass eine Fliessgeschwindigkeit von mindestens 1 m/s in den Rohren gefordert ist, damit ein Teil des unerwünschten Biofilms ausgespült werden kann. Ist das das Ende der Energiespararmaturen, die den Volumenstrom drosseln, damit möglichst wenig Wasser verbraucht wird? Was passiert in Zirkulationssystemen, in denen dieser überschüssige Biofilm mit der entsprechenden Geschwindigkeit im Kreis herumgeführt wird?

Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir nur, dass wir nicht sehr viel wissen. Das Problem der Trinkwasserhygiene ist unbestritten da. Warum heute mehr als früher? Das hat nebst den immer sensibleren Messmethoden auch mit dem zunehmenden Bedürfnis nach Wohnkomfort zu tun. Nur ein Badezimmer mit Badewanne, Waschtisch und WC in einer 4-Zimmer-Wohnung ist heute kein Standard mehr, den man auf dem Immobilienmarkt verkaufen oder vermieten kann.

Bleiben Sie auf dieser Frequenz

Doch je mehr Sanitärapparate installiert werden, umso grösser wird die Problematik mit unbenutzten Zapfstellen. Wasser muss verbraucht und Energie gespart werden und bitte mit möglichst geringen Installations- und Betriebskosten. Das ruft nach einfachen Installationen mit nur gerade so vielen Verbrauchsstellen wie nötig, aber immer nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik gebaut. Darüber hinaus sind die neusten Erkenntnisse in der Branche zu beobachten, dabei aber auch kritisch einzuschätzen. Es gibt keine absolut sichere Lösung zur Vermeidung von hygienischen Problemen in der Trinkwasserverteilung. Auch wenn einem das immer wieder gerne erzählt und mit möglichst aufwändigen Installationssystemen weisgemacht wird. Komfort, Sicherheit und Kosten sind immer miteinander verbunden. Das richtige Mass für das jeweilige Bauvorhaben ist so individuell wie die Benutzer derselben. Der gut informierte Fachmann kennt die neusten Entwicklungen und Erkenntnisse aus Forschung und Lehre, und die Berufsverbände helfen bei der Wissensvermittlung. Sinngemäss lautet die Durchsage wie im längsten Strassentunnel der Alpen: «Bleiben sie auf dieser Frequenz, so empfangen Sie wichtige Informationen.»