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Unabhängige Fachzeitschrift für die Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Energiebranche

Elco konnte im ersten Halbjahr 2019 einen erfreulichen Geschäftsgang verzeichnen und damit die gute Entwicklung von 2018 fortsetzen. Gefragt sind laut Elco heute Paketlösungen mit Beratung, hochwertigen Produkten und Systemen sowie umfassenden Servicedienstleistungen. Bei der Sicherstellung der Qualität kommt dem eigenen System-Labor in Hechingen (D) eine wichtige Rolle zu, was im Rahmen eines Medienanlasses vor Ort verdeutlicht wurde.

«In den vergangenen 18 Monaten sind wir überdurchschnittlich gewachsen», sagte René Schürmann, Geschäftsleiter der Elcotherm AG, am Presseanlass im Systemlabor von Elco im baden-württembergischen Hechingen. Markante Zunahmen gab es bei den Verkäufen. Dabei konnten bei allen Heizsystemen, egal, welcher Energieträger, Marktanteile hinzugewonnen werden. «Dies bei eher verhaltener Nachfrage und einem Markt, der hektischer, wettbewerbsintensiver und komplexer geworden ist», so Schürmann. «Doch wir haben gute Karten, wir wollen Systemanbieter sein und das ist heute gefragt. Zu unserem Komplettangebot zählen neben effizienten Produkten und Systemen von hoher Qualität eine kompetente Beratung, fachmännische Inbetriebnahmen sowie Service und Wartung während des gesamten Lebenszyklus der Heizung. In unserem Angebot figurieren Gas- und Ölheizungen, Brenner, Wärmepumpen, Solarsysteme, Speicher und Frischwasserstationen.»

In den vergangenen Jahren ist praktisch die gesamte Produktpalette von Elco erneuert worden, womit in Übereinstimmung mit den Zielen der Klimapolitik der Ausstoss von CO2 und Luftschadstoffen reduziert werden konnte. Gut 12 Prozent beträgt der Anteil von Elco am Umsatz des Mutterhauses, der Ariston Thermo Group. Rund 80 Prozent des Gruppenumsatzes von 1,78 Mia. Franken (1,61 Mia. Euro/2018) werden mit Produkten gemacht, die jünger als fünf Jahre sind.

Energietechnisch umweltfreundlich

«Sollen Heizungen energietechnisch umweltfreundlich sein, müssen sie effizient und emissionsarm laufen», betonte Schürmann. «Angesprochen sind geringer Energieverbrauch, hoher Wirkungsgrad und niedriger Schadstoffausstoss.»

Wie dies bei konventionellen Systemen erreicht werden kann, verdeutlichte Elco am Event mit dem Beispiel des Edelstahl-Wärmetauschers, der in allen Gas-Brennwertgeräten von Elco im Leistungsbereich von 2,0 kW bis 2 MW zum Einsatz kommt und als Hex3-Technologie bezeichnet wird. Massgebend sind eine spezielle Bauweise oder Geometrie sowie die hohe Werkstoffqualität. Letztere ist für die Korrosionsbeständigkeit von Bedeutung, denn der Wärmetauscher kommt mit aggressiven Reagenzien wie Schwefelsäure in Kontakt, die beim Verbrennungsvorgang entstehen. Konstruktive Elemente sorgen für einen nahezu verlustfreien Wärmeübergang mit Normnutzungsgraden bis zu 110,5 Prozent (EN677).

Um möglichst niedrige NOx-Werte zu erhalten, deren Bildung durch die Flammtemperatur und die Verweilzeit in der Brennkammer beeinflusst wird, erfolgt eine rasche Reduktion der Temperatur auf unter 1000 °C, womit die Entstehung von thermischem NOx praktisch unterbunden wird und Werte erreicht werden, die um gut 60 Prozent unter den Emissionsgrenzwerten für Gasfeuerungen liegen, wie sie in der Schweiz bzw. in der EU gültig sind. In einer weiteren Abkühlungsstufe wird die Entwicklung des toxischen Kohlenmonoxids weitestgehend verhindert. Am Schluss entzieht man dem im Abgas enthaltenen Wasserdampf durch Kondensation zusätzlich Wärme und nutzt auf diese Weise praktisch den gesamten Brennwert des Energieträgers.

Hohes Qualitätsniveau

Gemäss Heinz-Peter Schricks, Leiter des Systemlabors in Hechingen, werden mit der Hex3-Technologie die niedrigsten NOx-Emissionen im gesamten Wettbewerb erreicht. Das System-Labor hat im Zusammenhang mit der neuen Technologie Untersuchungen durchgeführt, so zum Beispiel Feldtests bzw. Leistungs- und Emissionsmessungen. Sofern nötig, ergeben sich daraus Verbesserungsvorschläge bzw. technische Anpassungen. «Wir sind kein Entwicklungslabor», betonte Schricks, «aber wir sind berechtigt, Expertisen zu machen. Das Aufgabenspektrum des Systemlabors ist in vielerlei Hinsicht mit Qualitätsfragen verknüpft. Die Gewährleistung eines hohen Qualitätsniveaus, ausgerichtet auf die Bedürfnisse und Nutzenvorstellungen der Kunden in den unterschiedlichsten Absatzmärkten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, vor allem wenn man bedenkt, dass die Muttergesellschaft Ariston in 36 Ländern mit Verkaufsorganisationen vertreten ist, über 22 Produktionsstätten in 13 Ländern verfügt und 19 Kompetenzcenter für Forschung und Entwicklung in 12 Ländern unterhält.»

Dass diese Aufgabe offenbar mit Erfolg gelöst wird, geht unter anderem daraus hervor, dass in mehr als 95 Prozent der in Betrieb gesetzten Anlagen keine technischen Interventionen oder Nachjustierungen in den ersten fünf Betriebsjahren erforderlich sind. «Das bedeutet», so Schricks, «dass, von Ausnahmen abgesehen, die Produkte und Systeme von Anbeginn einwandfrei und zur vollen Zufriedenheit der Kunden funktionieren.»

Energiepolitik mit Fragezeichen

Der Strategieänderung des Bundes im Gebäudebereich, wonach die Umstellung der Heizung auf Wärmepumpen auch dann erfolgen soll, wenn an der Hülle energetisch nichts verbessert wurde, kann René Schürmann wenig abgewinnen. «Dies bedeutet eine Abkehr vom gewohnten Sanierungsablauf und hat den Zweck, den Ausstoss von CO2 direkt und vor Ort zu reduzieren.» Offensichtlich habe die bisherige Strategie trotz millionenschweren Kampagnen nicht zu den erhofften Ergebnissen geführt, wonach Stromverbrauch und CO2-Ausstoss zu reduzieren sind. Ausgeblendet würden im neuen Verfahren die nicht CO2-neutralen Stromimporte oder ineffiziente, überdimensionierte Heizsysteme.

Weiter findet der Elco-Geschäftsleiter, der auch Präsident von GebäudeKlima Schweiz ist, des Hersteller- und Lieferanten-Verbandes der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, dass der Fokus generell im Heizungsbereich derzeit zu sehr und zu einseitig auf das CO2 gerichtet sei und dadurch das Energiesparen in den Hintergrund gedrängt werde, «obwohl die beste Energie immer noch diejenige ist, die nicht verbraucht wird». Dass es bei der Umstellung auf eine klimaneutrale Wärmeerzeugung analog der Quadratur des Kreises kaum gelingen dürfte, allen Ansprüchen gerecht zu werden, ist für ihn gewiss, doch bleibe die Frage offen, wie weit die Interventionen bei den Energiepreisen und Abgaben, beim Komfort oder den Eigentumsrechten gehen und welche Kreise davon besonders betroffen bzw. die Verlierer sein werden.

250-Meter-Turm zum Testen von Liften

Die Anzahl der Gebäude, die über 200 m hoch sind, hat sich seit dem Jahr 2000 verdreifacht. Immer mehr Menschen zieht es aus ländlichen Gebieten in die Städte – bis 2050 werden dort über 70 Prozent der Weltbevölkerung leben. Nach einem Bericht des McKinsey Global Institute steigt die Geschossfläche von Gebäuden dadurch allein bis 2025 um ca. 85 Prozent an und erfordert daher auch in Bezug auf die Beförderung der Bewohner dieser Gebäude neue und innovative Lösungen. Davon konnten sich die Teilnehmer des Presseanlasses von Elco am Testturm für Lifte von Thyssenkrupp in Rottweil überzeugen. Das Unternehmen hat dazu 2016 den 250 m hohen Testturm gebaut, der optimale Bedingungen für die Erprobung und Zertifizierung neuer Aufzugssysteme bietet. Auch Hersteller von Liften haben sich den Zielen der Klimapolitik und der Minimierung des Ausstosses von CO2 zu unterwerfen. Und in der Tat ist es bemerkenswert, dass es effizienter und klimaschonender ist, moderne Lifte zu nutzen, anstatt zu Fuss zu gehen, alleine schon wegen der Tatsache, dass unsere Ernährungsgewohnheiten mehr Ressourcen binden.

Der imposante Turm von Thyssenkrupp, der von der Autobahn nach Stuttgart mit seiner auffälligen Schraubenform sofort ins Auge sticht, ist deutlich höher als der Stuttgarter Fernsehturm. Seine Aussichtsplattform ist auch höher als diejenige des Berliner Fernsehturms, der im Osten der Stadt liegt, und heuer seinen 50. Geburtstag feierte. Die Testturm von Thyssenkrupp bietet auch einen spektakulären Rundumblick auf die Landschaft.

Weitere Informationen:
elco.ch

Das Systemlabor von Elco in Hechingen

Die Anfänge des Labors reichen ins Jahr 2005 zurück, der Bereich Application Engineering kam später dazu. Die beiden separaten Einheiten wurden im Jahre 2015 zu einer Abteilung verschmolzen, die Teil des Solution Centers der Elco (Division) ist. Beschäftigt werden 10 Mitarbeiter. Leiter Labor bzw. Manager Laboratory ist Dipl. Ing. Heinz-Peter Schricks. Der Spezialist in Versorgungs- bzw. Gebäudetechnik, der das Labor seit Beginn leitet, kennt die Branche seit seiner handwerklichen Ausbildung zum Heizungsbauer.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Application Engineerings zählen Definition und Tests hydraulischer und elektrischer Standards, die rechnergestützte dynamische Simulation komplexer Systeme über einen Jahresverlauf sowie die Erstellung und Pflege von Softwaretools wie das ErP-Tool. Im Systemlabor bilden Robustheitstests, Fehleranalysen aus Feldbeanstandungen sowie Produktpflegeaktivitäten die Tätigkeitsschwerpunkte. An moderner Infrastruktur stehen ein sogenanntes «Laborhaus» als Hardware in the Loop (HiL-Prüfstand) sowie Prüfstände für Speicher, Commercial-Anwendungen und Wirkungsgrade zur Verfügung.